Warum es nicht gleichgültig ist, woher ich komme.

"Aurea prima sata est aetas..." Der gute alte Ovid.

In seinem "goldenen Zeitalter" zeigt er ein wichtiges Prinzip auf: Am Anfang war die Ordnung. Das kennen wir doch auch aus dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik: "Die Unordnung jedes geschlossenen Systems steigt im Lauf der Zeit an." Wie wahr, wie wahr!

Nun, Darwins Theorie "Von der Entsehung der Arten" besagt genau das Gegenteil.

Sein Prinzip lautet: durch Mutationen und Selektion vom Primitiven zum Höhern....

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Abgesehen davon, dass die so genannte Evolutionstheorie (die heute übrigens keineswegs mehr als allseits unwidersprochen wissenschaftlich gilt) nur den biologischen Aspekt der Entstehung der Arten betrachtet, enthält sie so viele Lücken ("missing links"), dass die eigentlichen Fragen überhaupt nicht beantwortet werden und das Dasein letztlich auf ein "fressen und gefressen werden" reduziert wird.

Auch nach Darwin sind wir nicht viel weiter. Der Teilchenphysiker Brian Greene, gab ein interessantes Interview zu der Frage: "Warum ist nicht nichts?". Doch leider wissen wir auch nach der "inflationären Kosmologie" immer noch nicht, wie die Welt entstanden ist und ob es den Big Bang überhaupt gab, und auch der Interviewpartner stellt am Ende fest: "...sehr befriedigend klingt diese Erklärung nicht." (DER SPIEGEL 39/2004).

Steht hinter allem eine Intelligenz?

So deutet doch letztlich alles daraufhin, dass hinter der Entstehung des Universums eine Intelligenz stehen muss. Wie sonst könnte man beispielsweise den gentischen Code erklären, in dem alle Informationen eines Lebewesens auf kleinstem Raum enthalten sind?

Wenn wir diese Intelligenz (wir Christen nennen sie Schöpfer) nicht in den Prozess der Entstehung von Kosmos und Leben einbeziehen, können wir allen Daseinsbereichen, die über die rein empirische Erforschung hinausgehen, nicht gerecht werden.

Warum empfinden wir es als in Ordnung, wenn ein Löwe im Zuge des "Daseinskampfes" eine Antilope frisst, sind jedoch entsetzt, wenn Menschen mit ihresgleichen dasselbe tun? Weil es unter Menschen eine Ethik, ein Wertesystem, eine Vorstellung von gut und böse gibt.

Etwas wie Ethik jedoch können  wir auf der Basis der Evolution der Arten nicht erklären, weil sie den Menschen auf ein biologisches Lebewesen reduziert.

Da Menschen aber - zumindest wenn sie im Vollbesitz ihrer Verstandeskräfte sind - nicht grunzend im Dreck wühlen oder wiederkäuend auf der Wiese liegen, muss es mehr geben, als die rein biologische Ebene, nämlich das, was die menschliche Lebensqualität wirklich ausmacht: zum Beispiel Kreativität, Kunst, Kultur, Emotion, Intelligenz, Sammlung und Verarbeitung von Wissen, Austausch von Erfahrungen.

Interessanterweise findet sich in allen menschlichen Kulturen die Suche nach der Transzendenz, einer Ebene, die über das menschliche Denken hinausreicht und auf der Sinnfragen beantwortet werden können. Nur der mensch kann Philosophien entwickeln und darüber nachdenken, woher er kommt, worin der Sinn seines Daseins besteht und wohin er geht.

Antwort auf die Sinnfrage

Wenn ich also gefragt werde, ob es für mich einen Unterschied macht, ob mein Leben durch Zufall oder durch Schöpfung entstanden ist, dann sage ich: Die Reduzierung auf fressen und gefressen werden wäre mir zu wenig. Ich lebe anders, weil ich mich vom Schöpfergott geliebt und gewollt weiß der mir sagt: "Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete..." (Jeremia 1,5)

Diese Gewissheit ist mir zu einer Quelle der Kraft und Geborgenheit geworden, sie bestätigt mir, wie wertvoll ich bin. Das verleiht mir eine sehr starke Motivation, mehr aus meinem Dasein zu machen, mein eigenes Potential zu nutzen, mich einzubringen und mein Leben zu gestalten. Wenn ich die Sinnfragen meines Lebens für mich nicht beantworten könnte, dann würde ich bei Problemen und Rückschlägen schnell den Mut verlieren, es wäre ja sowieso alles egal.

Schöpfung aber bedeutet nicht nur Entstehung, sondern auch Neuschöpfung, also Perspektive, die weit über das Hier und Jetzt und Heute hinausreicht. Diese Perspektive ist es, die mich beflügelt.

Heidemarie Klingeberg

Ein Beitrag aus ZEICHEN DER ZEIT 
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